Cairns / Australien - wir sind über den Pazifik!
Es ist geschafft!!! Nach fast 9000 Seemeilen haben wir tatsächlich den größten Ozean unseres Planeten überquert! Es ist kaum zu glauben und wir brauchen tatsächlich einige Zeit, um zu begreifen, dass die wunderschöne Südsee nun hinter uns liegt. Da Cairns in Sachen Charme nicht ganz mit Französisch-Polynesien & Co. mithalten kann, ist unsere Ankunftsfreude etwas gedämpft.
Nach über einem Jahr Südsee stellt Cairns einen harten Kontrast dar. Es ist wenig exotisch und erinnert doch sehr an den Standard den man aus Europa gewohnt ist. Einzig die Angewohnheit der Australier auf der falschen Seite zu fahren und ihre Autos vom Beifahrersitz aus zu steuern irritiert ein wenig – aber das kennen wir ja schon von einigen Südseeinseln, die früher auch mal „Besuch“ von britischen Kolonialherren hatten. Auch die recht sachliche Kulisse des Yachthafens hilft nicht wirklich Euphorie zu erzeugen. Ebensowenig die Tatsache, dass wir uns in den Hafen schleppen lassen mussten und der Patient Motor mal wieder einige Zuwendung benötig.
Tapfer wendet sich Doktor Schmitt also dem alten Schweden zu und schaut mal wieder, wo es denn klemmt oder ziept. Nach einer gründlichen Untersuchung steht fest: Es sind die Pumpen – mal wieder! Die (neue) elektrische Dieselpumpe brummt nicht mehr und die alte mechanische Wasserpumpe pumpt nicht mehr. Nützt ja nix, da hilft nur eine Transplantation. Dem Diesel-Gott sei Dank haben wir Ersatzorgane an Bord und so kommt der Schwede zeitnah unters Messer. Und siehe da: Nach der OP und kurzem Husten wacht er wieder auf und nagelt zufrieden vor sich hin.
Um Hollys Wellnesskur zu vollenden, gehen wir gleich noch mal shoppen und gönnen ihr 30 Meter schmucke, glänzende Ankerkette. Mit nun insgesamt 80 Metern Kette können wir zukünftig so auch mal sicher an Plätzen ankern, die um die 20 Meter tief sind.
Mareike schwebt derweil auf Wolke sieben durch die örtlichen Supermärkte, in denen es fast alles gibt, was wir aus Deutschland kennen. Die schönen Strände, die es in der Nähe der Stadt gibt, sind allerdings nur was fürs Auge – dank der zahlreich vorhandenen Krokodile und der auch nicht harmlosen Würfelquallen bleibt jeder Beach an der Küste von Queensland leer und sauber – außer er ist durch Netze geschützt. Um den Bademangel im Meer ein wenig zu kompensieren, bietet Cairns eine künstliche, mit Salzwasser gefüllte Lagune direkt am Meer. Drumherum sollen ein Park und zahlreiche Grillplätze zum Verweilen einladen. Das Angebot überzeugt auf der ganzen Linie, wie man sehen kann – ziemlich viele „Aussies“ hängen hier ab und lassen es sich gut gehen. Zusammen mit dem immer hier stehenden Riesenrad erinnert alles ein wenig an einen Freizeitpark, was ja nicht schlecht sein muss.
Nach etwas Eingewöhnzeit fühlen wir uns hier dann doch recht wohl. Trotzdem ist es anfangs etwas ungewohnt: Es ist manchmal kalt, wir tragen zeitweise lange Hosen, morgens und abends Pullis, ziehen seit Ewigkeiten mal wieder richtige Bettdecken ein UND – wir tragen feste Schuhe in der Stadt!
Zusammen mit Jacqueline, die dann auch einen Tag nach uns angekommen ist, erkunden wir die Stadt und testen das ein oder andere Shopping- oder Freizeitangebot aus. Etwas später gesellt sich auch die Crew der Fidelis, Jeanette und Jerome dazu.